Straßennamen im Bornstedter Feld (GK)

Titelbild Gustav Kiepenheuer
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Georg-Hermann-Allee und Querstraßen
Von der Pappelallee in Richtung Norden durchstreift die Georg-Hermann-Allee das Bornstedter Feld, gequert von Jacob-von-Gundling-, Bartholomäus-Neumann-, Carl-Christian-Horvat-, Kiepenheuerallee, Jochen-Klepper-, Reinhold-Schneider-, Herman-Kasack-, vorbei am Volkspark weiter zu Esplanade, Peter-Huchel-, Hans-Paasche-, Erich-Arndt- und Bonner Straße.

Gustav Kiepenheuer

Die Kiepenheuerallee wurde nach Gustav Kiepenheuer benannt, der am 10.06.1880 in Wengern (Ruhr) geboren wurde. Gustav Kiepenheuer absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler in Bremen.

In Weimar übernahm er 1908 die Hof-, Buch-, Kunst- und Musikhandlung und gründete 1909 den Gustav Kiepenheuer Verlag. An die Weimarer Tradition anknüpfend, verlegte er zunächst Klassiker der deutschen wie der Weltliteratur. Das Programm der ersten Jahre betonte bereits den modern-bibliophilen Charakter des Verlags: Die gesammelten Märchen von H. Chr. Andersen, „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll, „Peter Pan im Waldpark“ von I. M. Barrie waren ebenso kostbar ausgestattet und illustriert wie Werke von Flaubert, Oscar Wilde, Gogol und E. T. A. Hoffmann.

1919 zog der Verlag nach Potsdam um. Als Autoren stießen Andre` Gide , Bert Brecht, George Bernhard Shaw, Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig und Anna Seghers hinzu, die für ein linksbürgerliches Programm standen.

Nach dem erneuten Umzug 1929 nach Berlin konnten auch Gottfried Benn, Marieluise Fleißer und Joseph Roth gewonnen werden; damit veröffentlichte ein Großteil der belletristischen Schriftsteller-Elite zwischen den Weltkriegen seine Werke bei Kiepenheuer. Zweigs Streit um den Sergeanten Grisha war das erfolgreichste Buch in der frühen Verlagsgeschichte.

Im Dritten Reich wurden die meisten seiner Autoren mit Berufsverbot belegt, so dass er sich in dieser Zeit auf Nachdrucke älterer Werke und Übersetzungen beschränkte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Gustav Kiepenheuer 1945 auf Einladung der Thüringischen Landesregierung nach Weimar zurück und beschloss 1947, gemeinsam mit Joseph Caspar Witsch einen neuen Verlag zu gründen. Kiepenheuer verstarb aber 1949 nach langer Krankheit noch vor der geplanten Neugründung.

Seine Bestattung fand auf dem Ehrengräberfeld des Historischen Friedhofs in Weimar statt.

Seine Witwe Noa (dritte Ehefrau, Heirat 1925) führte den Verlag in der DDR fort,

Witsch gründete 1951 seinen Verlag unter dem Namen Kiepenheuer & Witsch in Westdeutschland.

Der Kiepenheuer Verlag blieb unter diesem Namen in der DDR erhalten und wurde nach seinem Ankauf durch die SED von 1977 bis 1990 im Rahmen der Kiepenheuer-Verlagsgruppe tätig, zu der noch die Verlage Insel, Paul List und Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung gehörten.

Die Wende von 1989 führte nach einem längeren Hin und Her dazu, dass der Verlag 1994 in die Berliner Aufbau-Verlagsgruppe des Verlegers Bernd F. Lunkewitz eingegliedert wurde. Im Jahre 2010 wurde der Betrieb des Kiepenheuer Verlags von der Aufbau-Gruppe eingestellt.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kiepenheuer_Verlag

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kiepenheuer

Bettina Hürlimann: Kiepenheuer, Gustav. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 592 f.

Titelbild Gustav Kiepenheuer 
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Petra Schaefer