Straßennamen im Bornstedter Feld (JPG)

Bundesgartenschau 2001 – Beginn der Nutzung des Bornstedter Feldes
In den historischen Potsdamer Parkanlagen, wie Park Sanssouci, Neuer Garten und Park Babelsberg sind sportliche und spielerische Tätigkeiten, Radfahren, Skaten, Fußball- oder Volleyballspielen, in der Regel verboten. Mit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte 1998 aus dem bis dahin militärisch genutzten Bornstedter Feld wurde mit der Planung der Bundesgartenschau 2001 in diesem Gebiet die Möglichkeit geschaffen, es als Volkspark zu nutzen. Hier ist preiswert (Jahreskarte 19 €) Platz für Spiel und Spaß!

Georg-Hermann-Allee und Querstraßen
Von der Pappelallee in Richtung Norden durchstreift die Georg-Hermann-Allee das Bornstedter Feld, gequert von Jacob-von-Gundling-, Bartholomäus-Neumann-, Carl-Christian-Horvat-, Kiepenheuerallee, Jochen-Klepper-, Reinhold-Schneider-, Herman-Kasack-, vorbei am Volkspark weiter zu Esplanade, Peter-Huchel-, Hans-Paasche-, Erich-Arndt- und Bonner Straße.

Jakob Paul von Gundling
(* 19. August 1673 in Hersbruck, + 11. April 1731 in Potsdam)

Freiherr von Gundling entstammt einer protestantischen Familie aus dem mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land. Sein Vater Wolfgang war Pfarrer, sein Großvater Johann Vogel Dichter.

Er besuchte die Landesschule Pforta bei Naumburg (1690 bis 1692), studierte Rechtswissenschaften und Geschichte an den Universitäten Altdorf, Helmstedt, Jena und Halle.

1705 berief ihn König Friedrich I. von Preußen  zum Professor für Geschichte und Recht an die Berliner Ritterakademie und 1706 zum Historiker an das Oberheroldsamt.

Nach dem Tod Friedrich I. wurde er von seinem Sohn, König Friedrich Wilhelm I., 1713 zum Hofrat, seinem Zeitungsreferenten und Historiographen ernannt. Über Gundling wird zwiespältig berichtet, als Wissenschaftler und Hofnarr. Im Tabakskollegium des Königs (gesellige, höfische Männerdiskussionsrunde mit Tabak und Alkohol) spielte er unfreiwillig, aufgrund seiner Eitelkeit und Trunksucht, eher den Hofnarren. Darunter litt Gundling sehr und bekam wahrscheinlich wegen seiner Demütigungen und dauernden Erniedrigungen Magengeschwüre. Der König übertrug ihm, so wird es von seinen Gegnern berichtet, um ihn und den Gelehrtenstand verächtlich zu machen, aber dennoch, mehrere hohe Staatsämter. Er ernannte ihn 1718 zum Präsident der Preußischen Akademie der Wissenschaften und erhob ihn am 25. September 1724 in den Freiherrenstand. Gundling schrieb und veröffentlichte historisch-biografische Texte und fundierte Landesbeschreibungen von Brandenburg und Pommern unter anderem 1724 eine Karte des Kurfürstentums Brandenburg.

Auf Anordnung des Königs wurde Gundling sehr unwürdig beerdigt. Von Schweinen soll er in einem Weinfaß zum Bornstedter Kirchhof gezogen worden sein. In der Kirche ist noch heute seine Grabinschrift zu sehen.

Zusammengefaßt kann man die Lebensgeschichte Gundlings im Kurzfilm der Potdamer Jahreskampagnie 2013 „Wissenschaft für die Zukunft“ gut nachverfolgen:
https://www.youtube.com/watch?v=UA8VyCXdZpI
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Quellenverzeichnis

1 Bundesgartenschau:
Michael Kasiske, Thies Schröder, „Gartenkunst 2001“ Potsdam Bundesgartenschau, Birkhäuser – Verlag für Architektur 2001, S. 131

2 Georg Hermann-Allee und Querstraßen, Karte:
https://potsdam-bornstedt.de/
19.3.2021

3 Jacob Paul von Gundling:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Paul_von_Gundling
19.3.2021

4 Jacob Paul von Gundling:
https://www.potsdam.de/content/jakob-paul-freiherr-von-gundling 19.3.2021

5 Film Jacob Paul von Gundling – Potsdam – Wissenschaft für die Zukunft:
https://www.youtube.com/watch?v=UA8VyCXdZpI
19.3.2021

Karl-Heinz Daum

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