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Straßennamen im Bornstedter Feld

Das Bornstedter Feld

Das Bornstedtter Feld ist heute als Neubaugebiet bekannt. Seine Entstehung hat eine lange Geschichte hinter sich. Friedrich der II. hat um 1750 festgelegt, dass die jeweils ungenutzten Felder der damals üblichen Dreifelderwirtschaft als Exerzierplatz verwendet wurden. Das galt zunächst für alle Felder der Gemeinde Bornstedt. Eine sehr belastende Festlegung für die Bauern und die Soldaten. Friedrich Wilhelm der IV. hat deshalb Landwirtschaft und Exerzierplatz mit einem geraden Strich auf der Landkarte getrennt. Die neue Straße von der Jägerallee nach Bornstedt wurde mit kanadischen Pappeln bepflanzt (1841/42), seitdem heißt sie Pappelallee. 1935 wurden Bornim, Bornstedt, Nedlitz und Eiche nach Potsdam eingemeindet. 1945 bis zum Abzug 1993 nutzte die sowjetische Armee das Bornstedter Feld nördlich der Pappelallee militärisch. Für Potsdamer war es während dieser Zeit nicht zugänglich. 1991 beschloß die Stadt Potsdam, nach Abzug der Roten Armee diese etwa 300 Hektar große militärische Brache für die Entwicklung eines neuen Stadtteils zu nutzen. Das Neubaugebiet „Bornstedter Feld“ war geboren!

Von der Pappelalle in Richtung Norden durchstreift die Georg-Hermann-Allee das Neubaugebiet, gequert von Jakob-von-Gundling-Straße, Bartholomäus-Neumann-Straße, Carl-Christian-Horvath-Straße, Kiepenheuerallee, Jochen-Klepper-Straße, Reinhold-Schneider-Straße, Herman-Kasack-Straße, Esplanade, Peter-Huchel-Straße, Hans-Paasche-Straße, Erich-Arndt-Straße und Bonner Straße.

Georg Hermann

(* 7. Oktober 1871, + 19. November 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau)

Ein deutscher Schriftsteller, geboren in Berlin als sechstes Kind einer jüdischen Familie. Seine bekanntesten Romane sind Jettchen Gebert (1906) und Henriette Jacoby. Sie erzählen berliner Geschichten von jüdischen Familien. 1911 wurden wurden sie in dem zweiteiligen Stummfilm Jettchen Geberts Geschichte von Richard Oswald verfilm. Nach dem Reichstagsbrand 1933 geht Hermann ins Exil nach Holland. Dort wird er 1943, nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht, auf Umwegen in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und getötet.

Bartolomäus Neumann

(* unbekannt, + 10. Mai 1742)

Buchdrucker und Verleger, bemerkenswert, er erhielt als erster von Friedrich Wilhelm I. die Konzession für eine Buchdruckerei in Potsdam. Neumann verlegte unter anderem Gundlings Brandenburgischen Atlas (1724).

Quellenverzeichnis:

1 Geschichte Bornstedter Feld: https://de.wikipedia.org/wiki/Bornstedt_(Potsdam)

2 Beschluß zu Neubaugebiet Bornstedter Feld: https://www.potsdam.de/bornstedter-feld

3 Lebenslauf Georg Hermann: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Hermann

4 Geschichte der Romane Jettchen Gebert und Henriette Jacoby:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jettchen_Geberts_Geschichte

5 Bartholomäus Neumann
 https://www.zeitstimmen.de/index.php?page=autor&is_autor=2309

Karl-Heinz Daum