Am 20.05.2026 gastierte Robert Leichsenring, Stadtführer und freier Mitarbeiter des Potsdam-Museums, mit einem Vortrag über die Potsdamer Nachkriegsarchitektur im Stadtteilladen Bornstedt. In seinem reich bebilderten Vortrag sprach er darüber, wie im noch jungen sozialistischen Staat die Themen Ästhetik und Funktionalität gedacht wurden und wie man mit historischer Bausubstanz umging.  

Fokus bildete die Innenstadt, die kurz vor Kriegsende schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es entstanden Leerstellen, die es zu füllen galt. Es war die Rede von engagierten Denkmalpflegern, die um den Wiederaufbau zerstörter Gebäude in ihrer historischen Erscheinung kämpften. Dem gegenüber standen die bald übermächtigen Bestrebungen des Regimes, ein neues, sozialistisches Stadtzentrum rund um den Alten Markt entstehen zu lassen.

Leichsenring nahm uns mit auf eine anderthalbstündige Tour-de-Force durch ein Kapitel der Potsdamer Geschichte, das durch die städtebaulichen Neuerungen der letzten Jahrzehnte zunehmend aus dem Stadtbild der Innenstadt verschwindet und bis heute Anlass hitziger Diskussionen ist. So wurde sich auch nach dem Vortrag im Stadtteilladen rege über das Potsdamer Stadtbild und die Geschichte bestimmter Orte ausgetauscht. Alles in allem war es ein gelungener Abend.

Foto: Team der Stadtteilarbeit Bornstedt